Studentische Vortragsreihe 2014

Programm

Ort: M36.31

Zeit: Donnerstags, 19:30 Uhr

 

22. Mai – Martin Meyer

Montaigne – conditio humana

Montaigne ist vielseitig. So hat er „Essais“ zu allen möglichen Themen geschrieben und nebenbei eine neue literarische Form ins Leben gerufen. „Über die Macht der Phantasie“, „Über die Menschenfresser“, aber auch z.B. „Über Streitrosse“ und „Über Gerüche“ hat Montaigne Gedanken zu Papier gebracht. Dabei kommt er immer wieder auf die „conditio humana“, die Bedingung des Menschseins, zurück und entwirft ein Bild des menschlichen Wesens.

05. Juni – Simon Hollnaicher

Ich meine es ja nicht so! – Über die Ironie

Wir leben in einer ironiegetränkten Welt. Ironie unterhält, sie ist  witzig und wirkt leicht. Doch zugleich distanziert sie, nimmt Abstand und verhält sich feindselig. Ironie ist eine verständliche Reaktion auf die Komplexität und Anforderungen der Welt, doch letztlich regt sie zum Lachen an, um uns sogleich erschaudern zu lassen. Es gilt den Grund dieses Schauderns zu beleuchten. Um die Gefahren der Ironie herauszustellen, kann Aristoteles‘ Ethik helfen. Was ist also an der Ironie, sodass sie einem geglückten Leben im Weg steht?

26. Juni – Malou Jacobs [Achtung! Wegen des Deutschandspiels ausnahmsweise erst um 20:15 Uhr!]

Darf ich meine Triebe lieben?

In „Entweder – Oder“ skizziert Søren Kierkegaard das Stadium des Ästhetischen, als eine menschliche Lebensform, die bestimmt ist durch ihre Leidenschaften und Sinnlichkeit. Ob ein solches Leben anstrebsam ist, soll an der literarischen Figur des“Dorian Gray“ aus „The Picture Of Dorian Gray“ von Oscar Wilde näher untersucht werden. Den unmittelbaren Kontrast zum „Ästhetiker“ bildet derjenige Mensch, der sich anstatt von seinen sinnlichen Trieben von seiner Ratio anleiten lässt. In dieser Gegenüberstellung zweier fiktiver Lebensentwürfe soll die Frage beleuchtet werden, ob wir unsere „Triebe“ lieben und auch wollen können oder besser daran täten sie unter der Herrschaft der Vernunft zu versklaven.

03. Juli – Thomas Kazda [Achtung! Dieses Mal in Raum M17.11!]

Star Trek: Die unendlichen Weiten der Philosophie

Seit jeher in der Geschichte unserer Zivilisation sind Menschen von technischen Errungenschaften fasziniert. Nicht nur der damit einhergehende Wohlstand und Luxus bieten Motivation für die stete Entwicklung technischer Geräte, auch der Erkenntnisgewinn reizt und erweitert unseren Lebens- und Handlungsraum. Und genau dort setzt Star Trek an. Denn fiktionale Geschichten haben schon immer den Geist beflügelt und die Phantasie über die praktische Fähigkeit der zeitnahen Umsetzung und Verwirklichung gestellt. Doch, wie schon Handlungsräume in Jules Vernes’ Romanen ihrer nahen Zukunft voraus waren, so knüpfen die Geschichten aus dem Star-Trek-Universum an die heutigen an und befördern aktuelle Streitfragen mit Warp-Geschwindigkeit in unsere (nahe?) Zukunft. Bevor wir uns dieser Fragen annehmen können, muss erst einmal der Grundsatzfrage nachgegangen werden: Auf welche Weise könnte das Franchise von Star Trek für den philosophischen Diskurs interessant sein? Eine Frage in dieser Richtung wäre „Kann das Medium Fernsehserie mehr transportieren, als bloße Handlungsstränge und Dialoge? Und wenn ja, welche neuen diskussionswürdigen Perspektiven könnten sich im Kanon der Philosophie damit eröffnen?“

Was ist die Studentische Vortragsreihe?

Die studentische Vortragsreihe bietet allen Studenten, aller Semester, aller Fachrichtungen, aller Universitäten Raum ihre philosophischen Ideen vorzustellen und zu diskutieren. Sie bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, sich sowohl über eigene initiale philosophische Überlegungen und Ideen als auch über eigene philosophische Untersuchungen und Forschungsprojekte frei, offen und fair auszutauschen. Die studentische Vortragsreihe ist dabei vollständig in studentischer Hand und findet jedes Semester statt. An mehreren Abenden tragen Studenten mit den unterschiedlichsten fachlichen Hintergründen voller Kreativität, Eigensinn und Engagement ihre einzigartigen Gedanken vor. Im Anschluss an die Vorträge lassen wir den Abend für gewöhnlich mit Speis und Trank im Café Faust ausklingen. Neugierig geworden? – Dann solltest du keinen Vortrag verpassen. Komm einfach vorbei, wir freuen uns auf Dich. Du möchtest selbst vortragen? – Dann teile uns Deine Ideen mit siehe Kontakt.

Impressionen der Studentischen Vortragsreihe – Photos Vergangener Vorträge (Auswahl)

Studentische Vortragsreihe 2013-2014

[Docere aude! – siehe unten im Programm]

Die legendäre Reihe geht in eine neue Runde. Die Studentische Vortragsreihe 2013–2014 hat es in sich: Ist die Seelenleere von Aristoteles ein Sprungbrett in den platonischen Wertehimmel? Wollen wir, was wir brauchen oder brauchen wir nicht zu wollen? Besteht ein idealer Staat aus unkultivierten Analphabeten? Ist die kosmopolitische Illusion etwa eine Illusion? Antworten und noch mehr Fragen bekommst du an insgesamt fünf Abenden.

Wann? – Donnerstags, 19:30 Uhr!

Wo? – M36.31!

Inzwischen hat die Studentische Vortragsreihe einen echten Kultstatus. Du solltest also keinen Vortrag verpassen. Wir freuen uns auf dich!

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Programm

Panagiotis Koulaxidis, 09.01.2014, 19:30, M36.36

Was wir von Pflanzen und Tieren lernen können

Die größte Hürde und das zugleich größte Sprungbrett einer jeden Moralphilosophie ist unsere moralische Intuition. Diese verlangt die Berücksichtigung dreier Aspekte: Neigungen, Emotionen und den Gebrauch unserer Vernunft. Angelehnt an die aristotelische Seelenlehre, die dem Menschen einen pflanzlichen, tierischen und spezifisch menschlichen Seelenteil zuspricht, lassen sich analog zu diesen Seelenteilen drei Klassen unterteilen, die moralisch unterschiedlich zu behandeln sind. Geprüft werden soll, ob mittels einer dreistufigen Wertaxiologie, die Kriterien der moralischen Intuition in ein sinnvolles Ganzes, zusammengeführt werden können.

Frederik Weller, 16.01.2014, 19:30, M36.36

Aufklärungsproblematik: Was will der Mensch und was braucht er „wirklich“?

Was geschieht, wenn die Prinzipien zur Gleichberechtigung und die Freiheit zur Entfaltung der eigenen Person im Keim erstickt wird? Eine Kritik an Privilegien aus Sicht eines Privilegierten.

Elisabeth Mochner, 23.01.2014, 19:30, M36.36

Zurück zur Natur? Wielands Utopiesatire als Auseinandersetzung mit Rousseau

Elisabeth Mochner begibt sich in ihrem Vortrag auf die kulturkritischen Spuren Jean-Jaques Rousseaus und dessen Beantwortung der Frage, was zur sozialen Ungleichheit der Menschen führte. Wieland, ein bedeutender und heute leider kaum noch gelesener Autor der Aufklärung, bezieht sich in seinen Schriften immer wieder auf die Thesen Rousseaus. Diese Thesen versucht Wieland in seine (nicht ganz typische) Utopie „Die Republik des Diogenes“ einzuflechten, um zu schauen, inwieweit sie verwirklichbar sind. Besteht die ideale menschliche Gesellschaft möglicherweise aus unkultivierten Analphabeten? Und ist die Menschheit ohne Kultur und Wissenschaft nicht viel besser dran?

Ruwen Stricker, 30.01.2014, 19:30, M36.36

Aspekte der Liberalismuskritik bei Carl Schmitt

Carl Schmitt, der „Kronjurist des Dritten Reiches“ (Waldemar Gurian), führender Kopf der „Konservativen Revolution“ (Armin Mohler) in Zeiten der Weimarer Republik und einer der wenigen Hochschulprofessoren, die nach 1945 mit einem anhaltenden Berufsverbot belegt waren, erlebt seit einiger Zeit eine Rezeptionsrenaissance in der politischen Philosophie – und zwar verwunderlicher Weise auch seitens Strömungen, die sich selbst in der politischen Linken verorten. Exemplarisch hierfür steht die breit rezipierte Schrift „Über das Politische. Wider die kosmopolitische Illusion“ von Chantal Mouffe. Ist es gerade die antiliberale Versuchung eines „Begriffs des Politischen“ (Carl Schmitt), die zu dieser Rezeption gegen eine depolitisierte Diskursethik einlädt? Der Vortrag versucht Aspekte der Liberalismuskritik Carl Schmitts herauszuarbeiten und die theoriearchitektonischen Konsequenzen seines Denkens aufzuzeigen.

Alle, 06.02.2014, 19:30, M36.36

Docere aude! – Habe Mut, dich deiner eigenen Lehre zu bedienen – BarCamp

Unter diesem Motto finden wir uns zusammen um gemeinsam über die Lehre an der Universität nachzudenken und gemeinsam neue Ideen in die Tat umzusetzen. Wir wollen uns selbst den größten Spiel-Raum geben um fundamentale Meditationen über das Forschen, das Lehren und das Lernen an der Universität anzustellen. Wir wollen wagen, echte Fragen zu stellen. Was ist Lehre? Was ist Forschung? Was heißt es zu lernen? Was ist eine Universität? Was ist Wissenschaft? Was ist nötig für Forschung und Lehre? Was ist unnötig für Forschung und Lehre? Welche Genwohnheiten sollten wir überdenken? Was ist das Verhältnis von Wissenschaft und freiem Markt? Welche Ideologien sollten wir  verwerfen? Wie können wir die Lehre selbst verbessern? …

Wir wollen wagen die Universität neu zu erfinden. Wir wollen wagen uns selbst zu belehren, wir wollen wagen, uns unserer eigenen Lehre zu bedienen – docere aude!

Du weißt nicht was ein BarCamp ist? – Dann schau doch einfach vorbei (oder ließ vorab auf Wikipedia nach, wenn du zu ungeduldig bist)!

Wenn du Lust hast dir schon vor dem BarCamp am Donnerstag zusammen mit den Organisatoren Gedanken zu machen, bist du herzlich dazu eingeladen:

Hier geht es zur ETHOS Projekt-Seite (Work in Progress): https://www.writelatex.com/661442shqnsp

Das Organisationsteam trifft sich am

Mittwoch, 05.02.2014 um 19:00 Uhr in M36.45 zur Vorbesprechung.

Hier gehts zu den Programmen der beiden letzten studentischen Vortragsreihen. Fotos zur Vortragsreihe findest Du auch in unserem Fotoalbum oder auf Gesichtsbuch.

Fragwürdig?

Du hast noch Fragen an uns? Du hast Gedanken die Du uns gerne mitteilen möchtest? – Dann kontaktiere uns, wir sind gerne für Dich da. Wir freuen uns auch Deinen Kommentar.

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12 Gedanken zu “Studentische Vortragsreihe 2014

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